Der 415 Meter hohe rechtselbische Tafelberg, das Symbol des Nationalparks Sächsische Schweiz, lässt erahnen, welches Kleinod uns die Natur geschenkt hat. Wir wollen schauen und entdecken, bewahren und schützen.

Mit dem Auto fahre ich, vom Hockstein kommend, nach Porschdorf. In Waltersdorf geht es Richtung Lilienstein. Ich parke rechts, kurz hinter der Gaststätte "Zum Alten Hansjörg." Ein kleiner kostenloser Parkplatz für ca. 10 Autos. Feste Wanderschuhe sind Voraussetzung. Ich gehe in Richtung Hansjörg. Auf dem Wegweiser rechter Hand, gekennzeichnet mit einem blauen waagerechten Strich , steht Kirchweg-Lilienstein, Nordaufstieg 1 Stunde. In der Sächsischen Schweiz sind alle Wanderwege sehr gut ausgeschildert.

Ich bin früh auf den Beinen. Dichter Nebel verhüllt die Landschaft. Nach 5 Minuten erreiche ich einen Sitzplatz mit einem rustikalen Baumstamm als Tisch. Der Pfad biegt am Rastplatz rechts ab .

Der Lilienstein versteckt hinter einer Nebelwand und lässt auf schöne Bilder hoffen, wenn die Nebelschwaden durch das Elbtal ziehen.

Ein leichter Weg führt uns bis zum Hinweisschild - Nordaufstieg 20 Minuten. Jetzt wird es schwieriger. Früh am Morgen und ausgeruht, sollte die vor mir auftauchende Eisenleiter aber kein Hindernis sein. Am nahen Fels entdecke ich Moose, Gräser, Farne und das Heidekraut. Sie brauchen kaum Nahrung, um zu wachsen und sind wahre Künstler in dieser Felsenwelt.

Der Aufstieg ist geschafft. Ich wende mich am Hinweisschild nicht nach rechts in Richtung Gaststätte, auch wenn es noch so schwer fällt. Nein, ich halte mich links und komme an einen Aussichtspunkt, der in das herrliche Elbtal nach Bad Schandau und zu den Schrammsteinen schauen lässt. Für den Rundgang auf dem Liliensteinplateau plane ich ca. 1 Stunde ein. Es ist beeindruckend, welch herrliche Landschaft die Natur hier geschaffenen hat. In der Ferne erspähe ich den Rosenberg. Davor liegen die Kaiserkrone und der Zirkelstein.

Kleine Pfade führen auf dem Plateau von einem Aussichtspunkt zum Anderen. Vor mir taucht ein kleiner Obelisk auf. Dieser wurde 2008, mit Unterstützung von Tom Pauls "Ilse Bähnert Stiftung, " errichtet. Er soll an die die Besteigung, 1708 durch August den Starken, erinnern. Im Hintergrund der Gohrisch und der Papstein.

Der Pfad führt mich zum nächsten Aussichtspunkt. Der wuchtige Pfaffenstein zeigt sich in aller Schönheit. Meine besondere Bewunderung gilt jedoch dem Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, der Barbarine, die mich mit ihren 42,7 Meter Höhe immer wieder bezaubert. Sie wurde 1976 für den Klettersport gesperrt und 2 Jahre später zum Naturdenkmal erklärt. Der Sage nach soll dieser Fels eine versteinerte Jungfrau sein. Vor mir, im schönen Elbtal, breitet sich das kleine Städtchen Königstein aus. Ich treffe Wanderer aus dem Vogtland. Wir schwatzen!

Nach einem kurzen Plausch begebe ich mich zum vierten Aussichtspunkt mit freier Sicht zur Festung Königstein. Ein grandioser Anblick, von dem aus ich ebenfalls den Pfaffenstein und den Quirl betrachten kann.

Während meines Rundgangs schau ich immer wieder auf die Festung. Unterschiedliche Aussichtspunkte und wetterbedingte Sicht, lassen sie in den prächtigsten Farben oder im Nebel schwimmend erscheinen. Der Königstein eine Pracht aus Stein und Fels. Ostwärts zeigen sich mir erneut der Gohrisch und der Papststein.

Ich stoße auf einen 16 Meter hohen Obelisken, der an das Herrscherhaus Wettin erinnert (die Kursächsischen Postmeilensäulen sahen ähnlich aus). Errichtet wurde dieser 1889 vom Gebirgsverein Sächsische Schweiz. Imposanter erscheinen jedoch die Denkmale der Natur, die ich von diesem Aussichtspunkt sehen kann. Ich blicke westlich zum Mulattenkopf. Das Liliensteinplateau Westkante ist eine Herausforderung für die Kletterfreunde. Das Glück ist mir hold und ich kann einige Virtuosen am Fels beobachten. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis mit welcher Eleganz und Kraft, aber auch der dazugehörigen Portion Mut, sie den Gipfel erklimmen.

Es folgt für ganz Hungrige, die ohne Rucksackverpflegung unterwegs sind, etwas versteckt die kleine Gaststätte. Sie ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Unmittelbar an der Gaststätte befindet sich ein schöner Ausblick zur Festung Königsstein.

Auf meinem Weg zu den westlichen Aussichten erkenne ich die Reste alter Mauern. Nachweislich stand im Mittelalter an dieser Stelle eine Burg des böhmischen Königs. Diese ging zu Beginn des 15. Jahrhunderts in sächsischen Besitz über. Im Jahr 1379 wird der "Ylgenstein" urkundlich erwähnt.

Die Aussichtsplattformen auf der Westseite des Liliensteins, ausgeschildert "Zu den Aussichten", erreiche ich über einige Leitern und Stufen. Manchmal wird es ziemlich eng. Ich sehe eine erschöpfte und beringte Taube. Vor mir, zum Greifen nah, die Festung Königstein. Regennächte und anschließender Sonnenschein überraschen, wie auch am heutigen Tag, oft mit brodelndem Nebel im Tal. Ein immer wieder beeindruckendes Naturschauspiel.

Ich erreiche die hintere westliche Plattform. Diese Weitsichten, nach Pirna-Sonnenstein, zu den Bärensteinen und zum Rauenstein, sind wunderschön. Die weißen Steinbrüche an der Elbe "Schwalbe 2" fallen sofort ins Auge. Hier gibt es unzählige Stollen. Ich schau, in nördlicher Richtung, auf das kleine, hoch über dem Elbtal gelegene Dörfchen Weißig. In der Ferne, unterhalb der Bastei liegt der Kurort Rathen. Über die Felsenmassive blickend, entdecke ich Rathewalde und darüber den Hohburkersdorfer Rundblick. Auf dem zerklüfteten Plateau gönne ich mir eine Pause, schalte ab und lasse einfach für kurze Zeit die Seele baumeln. Man genießt mit den Augen und behält diesen einmalig schönen Landschaftseindruck in bester Erinnerung.

Es geht zurück bis zum Hinweisschild - Abstieg Königstein oder Parkplatz .Wie eine Serpentine schlängelt sich der Weg hinab. Der Abstieg ist mit festen Wanderschuhen kein Problem. Über mir erkenne ich einen Felsenübergang und schau hoch zum Mulattenkopf. An der Westkante sind abermals Kletterer sichtbar, die ihr Können unter Beweis stellen. Die vielen Stufen und die Eisenleiter am Abstieg meistert man mit Bravour. Für den Fotoapparat gibt es auch hier einige schöne Motive einzufangen. Ich bewundere ein Ebereschenbäumchen, das sich am Felsen festkrallt als hätte es Angst herunter zu fallen.

Am Fuße des Liliensteins angekommen, halte ich mich weiter an den blauen waagerechten Strich (Königstein Fähre) . Noch 50 m gerade aus bis zum Waldrand. Hier angekommen, entscheidet man sich für die längere oder kürzere Tour.

Die Wandertour "Lilienstein-kleine Tour" von ca. 3 Stunden.

Kommend von , entscheide ich mich für die kleine Tour.

Vor mir liegt das Waldhufendorf Ebenheit. Rechts ragt aus dem Elbtal die Festung Königstein. Ich biege links Richtung Osten ab und gehe immer am Waldrand einen kleinen Trampelpfad entlang. Es ist kein ausgewiesener und beschilderter Wanderweg, lässt sich aber herrlich laufen. Rechts, Richtung Ebenheit, steht ein einzelnes Gehöft. Ein schönes Motiv mit der Festung im Hintergrund. Der Blick zum Pfaffenstein lockt zur nächsten Wandertour.

Nach 10 Minuten erreiche ich den Oberen Kirchsteig. Ich gehe gerade und folge dem Wegweiser - gelber waagerechter Strich , Anschluß Prossen. Er führt mich zum Sellnitzhof. Dieser malerisch gelegen Hof ist heute eine Bildungsstätte des Nationalparks Sächsische Schweiz. Auf den Wiesen stehen die Skudden. Es sind nordische Heideschafe und die kleinste deutsche Landschafrasse. Überall finde ich in Holzklappboxen enthaltenen Bilder und Hinweise zu unserer Natur und Umwelt. Hierfür sollte man sich unbedingt Zeit nehmen, etwas Bildung kann nie schaden. Ein kleiner Trampelpfad geht um die Schafskoppeln herum. Am Wohnhaus stoße ich auf einen gut befestigten Fahrweg und biege rechts ab. Nach ca. 10 Minuten sehe ich das Hinweisschild-Kirchweg Lottersteig und halte mich nochmals rechts. Dieser Weg kommt mir bekannt vor, führte er mich doch schon vor ca. 2 Stunden. (Weg von dort bis zum Plateau ca. 30 Min. + 60 Min. Plateau + Abstieg und bis zum Sellnitzhof 30 Min.) zum Nordaufstieg des Liliensteinplateaus.

Ich streife erneut an dem kleinen Waldfriedhof vorbei. Davor stehen Bänke zum Rasten. Nach ca. 5 Minuten bin ich am bekannten Rastplatz und blicke auf Waltersdorf, zum Brand und die Waitzdorfer Höhe. Der Gamrig, rechts im Bild, lugt mit seinem Gipfel hervor. Etwas weiter erkenne ich die Gaststätte "Zum Alten Hansjörg." Der Parkplatz mit dem Auto ist linker Hand. Das Tagesziel ist erreicht und der Wanderer wünscht eine gute Heimfahrt.

Die Wandertour "Lilienstein-große Tour" von ca. 4,5 Stunden.

Kommend von , entscheide ich mich für die große Tour.

Auf dem Weg vor mir thront im Hintergrund die stattliche Festung Königstein. Mit einem Blick zurück bewundere ich jedoch noch einmal den imposanten Lilienstein. Es ist lohnenswert, Ebenheit mit der Kamera zu entdecken. Ich bin mir sicher, viele schöne Motive zu entdecken und einzufangen. So stechen besonders die prächtigen Auerochsen der Familie Lehmann sofort ins Auge.

Die längere Wandertour führt mich hinab ins Elbtal nach Halbestadt. Vorbei am Panoramahotel Lilienstein halte ich mich links und nach einigen Metern führt rechts ein Steig nach Halbestadt . Der Pfad ist etwas steinig, aber ohne Mühe zu bewältigen. Ich schaue hinter mich auf das Hotel Lilienstein und auf den wundervollen Hund Benno. Natürlich vergesse ich nicht, vor lauter Staunen, ein Foto von ihm zu machen.

Halbestadt entstand im 15. Jahrhundert und war damals nicht mehr als ein Vorwerk. Zwischen 1864 bis 1865 erbaute man hier einen kleinen Flußhafen. Der nächste Wegweiser Richtung Rathen gibt 1,45 Stunden an, gekennzeichnet mit dem gewohnten blauen waagerechten Strich . Mein Weg bis zum Einsiedler, früher eine Einkehr, dauert ca. 1 Stunde und 15 Minuten.

Die Elbe bleibt mein ständiger Begleiter. Über mir die prächtige Felsenburg Königstein. Sie verweist auf eine über 750 Jahre Geschichte. Diese Wehranlage ist eine eindrucksvolle Kombination von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts. Das kleine Städtchen Königstein, erstmals 1379 erwähnt, hat ca. 2400 Einwohner. Der Name geht auf die einstige Burg zurück.

Auf den Wiesen in Halbestadt stehen braunweiße Ziegen mit Schlappohren, die Burenziegen. Beim kleinen Ferienbauernhof Karsch bleibe ich stehen. Er ist nicht zu verfehlen, da eine große Vogelvoliere davorsteht. Es lohnt sich neugierig zu sein, um in den Garten oder auf den Hof zu schauen. Hier scheint die Welt still zu stehen. Es rekelt sich die Katze neben dem Hund Waldi. Ein Emu spaziert über den Hof. Ich staune über einen Apfelsinenbaum mit großen reifen Früchten. Daneben eine Bananenstaude. Im Garten fotografiere ich blühende Kakteen. Einfach traumhaft.

Während ich weitergehe fallen mir die linkselbischen hellen Sandsteinwände auf. Es sind Steinbrüche mit begehbaren Stollen. Bekannt als "Schwalbe2." Der Weg führt mich bis zu Ferdinands Homestay. Campingfreunde und Radfahrer finden auf diesem Flecken Land Erholung und Übernachtung.

Ich wandere nun nicht den ausgewiesenen Wanderweg entlang, der sich rechts ansteigend nach oben windet. Dieser ist, im Gegensatz zum Pfad unmittelbar an der Elbe, doch etwas langweilig. Stattdessen laufe ich geradeaus, den Trampelpfad an der Elbe entlang, in Richtung Rathen. Gute Beobachter sehen auf den Bäumen des gegenüber liegenden Ufers die Graureiher sitzen.

Auf der Elbe bewegen sich Motorschleppkähne aus Tschechien. Mir begegnet der schwer schnaufende Schaufelraddampfer "Kurort Rathen." Unterwegs flitzen Motorboote vorbei und etwas ruhiger die Segelboote. In der Ferne sehe ich, rechts der Elbe, den Grahlstein und die Leopoldnase. Im Hintergrund thront über die Rathener Felsenwelt der markante Kletterfelsen "Die Lokomotive". Ein herrliches Panoramabild.

Der kleine Trampelpfad endet am Einsiedler. Weiter geht es nach oben auf den Wanderweg. Ich biege rechts ab und erkenne links ein Haus, die ehemalige die Gaststätte "Einsiedler". Eine rustikale Sitzgruppe bietet sich zu einer kurzen Rast an. Vor mir eine wunderschöne Aussicht. Nach wenigen Metern der Wegweiser-Lottersteig-Lilienstein . Es sind noch ca. 25 Minuten bis zum Parkplatz. Zuerst überwinde ich eine ziemlich steile Steintreppe. Dann geht's ruhiger bergan bis zum Hansjörg, der zur Einkehr mit einem gemütlichen Freisitz lockt. Wer Hunger verspürt wird nicht enttäuscht.

Rechts, Richtung Lilienstein, sehe ich mein Auto stehen. Ein letztes Bild zeigt den Lilienstein schwimmend im Nebelmeer. Welcher Berg gab mir diesen Blick zum Lilienstein frei? Eine gute Heimfahrt wünscht der Wanderer.